"Mit Gott steigst Du durch"...TMG auf dem Katholikentag 16.-20.Mai

 



Auch der Papst kennt jetzt "Touch me, Gott"

Am Freitag den 12.August bekam ich eine Einladung zur Privatmesse des Papstes Benedikt XVI. im erzbischöflichen Haus für Samstag den 20. August.

Meine Vorfreude war wohl nachvollziehbar und die notwendigen Protokolle für das Bundeskriminalamt habe ich dann in Lichtgeschwindigkeit ausgefüllt und gefaxt.

Am Freitag den 19.8. erhielt ich dann mitten im Trubel an St. Gereon den Anruf, dass ich am Samstag um 7.00 Uhr am WJT Büro erwartet würde.

Mit der Transporterfahrung der DB im Nacken, bin ich natürlich 3 Züge eher gefahren und fand dann am WJT Büro eine handvoll Ordensleute: Äbte und Äbtissinnen, Priore/innen, Chefs der Ordensoberenvereinigungen in Deutschland und Generalobere.

Da ich einige aus dem Bistum Köln kannte habe ich sie begrüßt und schon in den fragenden Augen gesehen: ?Was macht das junge Huhn hier?" Ich war mit großem Abstand die jüngste in diesem Feld. Dr. Koch hat uns dann begrüßt und gesagt, wir könnten nach der Heiligen Messe alle auch ungefähr drei bis vier Minuten mit dem Papst reden, was ich nicht zu hoffen gewagt hatte.

Nach dreifacher Kontrolle, durch schwer bewaffnete Beamte am Seiteneingang des Priesterseminars und mittels einer Flughafenschleuse im Garten des Erzbischöflichen Hauses, sind wir in die kleine Privatkapelle gelangt, wo um 7.30 Uhr die Hl. Messe gefeiert wurde. Beim Einzug der Zelebranten war ich doch ziemlich erschrocken und habe gedacht: was ist der Papst ein kleiner, alter, müder Mann.

Ein wenig unkonzentriert war ich schon während der Messe, weil ich überlegt habe, was ich dem Papst sagen wollte. Ich hatte vorher erfahren, dass ich als Vertreterin der Berufungspastoral in Deutschland hier war, und so war für mich schnell klar, das ich davon erzählen würde, was wir in St. Gereon beim WJT mit jungen Leuten erlebt haben.

Nach der Messe war dann der Stehempfang in einem Audienzsaal.

Als Drittletzte war ich dran. Kardinal Meisner hat mich vorgestellt und mir damit ein paar gute Steilvorlagen gegeben: das ist Sr. Katharina, sie arbeitet im Päpstlichen Werk für Geistliche Berufe hier in Köln. Worauf der Papst lachend meinte: aha, in meinem Werk also. Und wiederum Kardinal Meisner: und sie ist Franziskanerin.


Auf den Einwurf des Papstes, das der heilige Franziskus ja in vielen Bereichen seiner Zeit Akzente gesetzt hat, habe ich dann gesagt, das für meine Begriffe, der wichtigste Akzent gewesen ist, das Franziskus immer die Begegnung mit Christus gesucht und gefunden hat, ihm immer ähnlicher geworden ist und durch seine Art der Nachfolge, viele Menschen zu Christus geführt hat.

Dann habe ich ihm erzählt, was wir in diesen Tagen an St. Gereon angeboten haben und welche Schwerpunkte wir gesetzt haben. (der Berufungsweg durch die Kirche, die Anbetung in der Krypta, Gespräche und Gottesdienste, und alles unter www.vocation-face-to-face.org )

Auf die Nachfrage des Papstes, ob ich denn den Eindruck hätte, das unser Angebot ?angekommen sei", habe ich ihm von 2 Einträgen aus dem Gästebuch erzählt und den vielen selbstverfassten Bitten und Gebeten auf den Christusbildchen in der Apsis.

Und nochmals hat er nachgefragt, ob wir spüren würden, dass sich junge Leute auf die Suche nach Gott und ihrer Berufung machen.

Mit zwei kurzen Episoden aus unseren Gesprächen konnte ich ihm das eindeutig bestätigen.

Ich hatte ein oranges und ein blaues Silikonarmband am rechten Arm. Das Orange habe ich dann von meinem Arm abgezogen, ihm gezeigt und erklärt, das wir diese Aktion "Touch me, Gott", zweimal im Jahr mit mehr als 12 deutschsprachigen Bistümern durchführen und junge Leute dazu bewegen, über sich selbst, über Gott und ihr Leben nach zudenken, und miteinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen.


Über dieses "touch-me-gott" hat er sehr herzlich gelacht und noch mehr glaube ich darüber, dass ich ihm anschließend dieses Bändchen geschenkt habe.

Und dann sagte er mir: "Sagen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen einen herzlichen Dank von mir für Ihre Arbeit. Sagen Sie Ihnen, das ich Sie und Ihren Dienst von Herzen segne und ich wünsche Ihnen, das Sie alle auch weiterhin solch gute Ideen haben!"

Nach einem nochmals festen Händedruck bekam ich den wohl obligatorischen Rosenkranz geschenkt und einige Erinnerungsbilder mit der Unterschrift des Papstes.

Noch während unseres Gespräches ist mir aufgefallen, das der Papst jetzt überhaupt nicht mehr müde und alt wirkte sondern sehr wach, sehr zugewandt, wirklich echt interessiert und im Gespräch so präsent, wie ich es selten bei jemandem erlebt habe.

Sr. Katharina Hartleib